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19th International Colloquium on
Latin Linguistics (ICLL)

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Machtelt Bolkestein Award

Im Gedenken an Machteld Bolkestein hat der Machteld Bolkestein-Stifungsfonds (Amsterdam) einen Preis ausgelobt für formale und inhaltliche Klarheit in den Beiträgen junger Wissenschaftler/innen beim ICLL. Bisher wurde der Preis, der aus einem Diplom und einem Preisgeld von 500 € besteht, dreimal vergeben.

Vergabekriterien

  1. Der Bewerber/die Bewerberin befindet sich im Anfangsstadium seiner/ihrer akademischen Laufbahn und arbeitet gerade an einer Dissertation bzw. hat sie vor kurzem fertiggestellt. Er/sie nimmt zum ersten oder zweiten Mal am ICLL teil.
  2. Conditio sine qua non ist ein Vortrag von guter Qualität, der sich mit linguistischen Fragestellungen im Latein der vom Thesaurus linguae Latinae bearbeiteten Periode befasst und Vertrautheit mit aktuell relevanten Konzepten und Themen der Linguistik erkennen lässt.
  3. Der Bewerber/die Bewerberin lässt in seiner Präsentation ein Bewusstsein für die unterschiedlichen Voraussetzungen der Zuhörerschaft erkennen, was deren Nationalität und Muttersprache sowie die verschiedenen Unterdisziplinen der lateinischen Linguistik angeht.
  4. Beitrage in Ko-Autorenschaft werden nicht berücksichtigt.

Die Jury wird aus 4 oder 5 herausragenden Lateinischen Linguisten bestehen, die von der Stiftung benannt werden. Sie berichten auf der Schlusssitzung der ICLL. Wenn sie zu dem Ergebnis kommen, dass keine Präsentation die oben genannten Kriterien erfüllt, wird der Preis nicht vergeben.

Bewerber um den Preis werden gebeten, ihr Interesse bei der Anmeldung zum ICLL anzuzeigen, zusammen mit dem Abstract ihres Vortrages. Sie werden ebenfalls gebeten, Kopien ihres Vortrages (zumindest ein ausführlicheres Summary) sowie der Handouts wenigstens eine Woche vor dem Beginn des Colloquiums einzureichen.

 

Machteld Bolkestein (1944-2001), Professorin für Lateinische Linguistik an der UvA, hat Substantielles zur Entwicklung der modernen Lateinischen Linguistik beigetragen. Als eine der ersten wendete sie programmatische Konzepte zur Analyse der lateinischen Sprache an (Wortstellung, Anapher, Tempusgebrauch). Sie näherte sich der Sprache aus einer funktionalen Perspektive und beteiligte sich an der theoretischen Debatte über die Functional Grammar; so gehörte sie zu den wenigen Latinisten, die auch außerhalb ihres engeren Feldes Anerkennung erfuhren. Ihre Arbeit, gekennzeichnet durch die systematischen Anwendung theoretischer Konzepte und eine klare Methodologie inspirierte ebenso wie ihre vielfältigen Aktivitäten und ihr Enthusiasmus nicht nur Studierende, sondern auch viele Kollegen. Sie starb verfrüht vier Monate nach dem 11. ICLL, das sie in Amsterdam organisiert hatte.

Eine vollständige Bibliographie von Machteld Bolkestein findet sich in A. M. Bolkestein et al. (eds.): Theory and description in Latin linguistics. Amsterdam 2002, 7-11.
Ihr Beitrag zur Lateinischen Linguistik wird gewürdigt von H. Pinkster in Latin Linguistics in Machtelt’s way. Papers on Grammar IX.1, Roma 2005.

Siehe auch R. Risselada, Bolkestein, Alide Machtelt in H. Stammerjohann (ed.), Lexicon grammaticorum: Who’s Who in the History of Worlds Linguistics, Tübingen 2009.

Und einen Wikipedia-Artikel.